Caceres, 24. März 2016
Wir sind in unserem „Basiscamp“ in der Extremadura in Caceres. Ein Campingplatz mit eigener Dusche und WC pro Stellplatz ! Hatten wir noch nie zuvor !
Die ganze Karwoche über gibt es auch in Caceres Prozessionen. Sie werden über Internet und eigene Broschüre des Tourismusbüros angepriesen mit genauen Informationen, welche Bruderschaft wann auf welchem Weg durch Caceres unterwegs sein wird. Wir entscheiden uns für den Donnerstag Abend und haben nachfolgende Impressionen mitgenommen:
Man ist unterwegs zu einem wichtigen Ereignis…
…dem man in Caceres sogar schon ein Denkmal gewidmet hat

Die schweren Hauptdarsteller (Prozessionsbilder ) warten zuvor in ihrer jeweiligen Kirche auf ihren großen Auftritt
Langsam füllt sich die Strasse mit Menschen; Fotografen mit Filmkameras bauen sich auf

Es geht los


jetzt wissen wir auch welche Bruderschaft ( Cofradia ) hier gerade aktiv ist. Bruderschaften existieren z.T. seit einigen Jahrhunderten oder auch erst seit zwanzig Jahren.


Sie tragen, um zu leiden !
Das ganze schwere Gestell schwankt langsam nach links und rechts und dann einen Schritt vor…man leidet förmlich mit….der Stock wird in einem festen Rhythmus auf den Boden gestampft und gibt den Takt zwischen links und rechts und vor und links und rechts und vor……..

…haben wir alles so schön in einem Video festgehalten, dass ich aber mit meinem technischen Unverstand einfach ( noch ) nicht auf die Webseite hochgeladen bekomme….



Musik darf nicht fehlen !

das Tragen kann trotz der gemeinsamen Anstrengung schon sehr belastend sein. Wie gut, dass man die Gestelle auch mal absetzen kann…


Zu jedem vorüberschwankenden Leidensbild hören wir lauten und inbrünstigen Gesang, der gewissermaßen das dargestellte Leiden Christi noch einmal verstärkt. Überrascht stellen wir fest, dass dieser Gesang nicht von der Prozession selbst ausgeht, sondern von diesem unter uns Zuschauern stehenden älteren Herrn:


Seit dem 17. Jahrhundert dürfen auch Frauen die Bruderschaften mit“tragen“

Eigentlich brauchen nur „Professionelle“keine Kapuze. Seinerzeit hatte ein Papst verfügt, dass die Selbstkasteiungen zur Osterzeit verboten sein sollen. Seit dieser Zeit vermummen sich die Gläubigen, um beim Tragen der selbstauferlegten schweren Last nicht bei der Verletzung des päpstlichen Ediktes erkannt zu werden. Nur die Professionellen haben offenbar nie schwer zu tragen…



Viele Glatzen sprechen für eine sehr männliche und schon ältere Bruderschaft….



Bis spät in die Nacht gehen die Prozessionen in Caceres….

Die Störche auf dem Dach der Iglesia de San Juan juckt der ganze Trubel gar nicht


Irgendwann treibt uns der Hunger in die nächste Taperia…

…von der aus wir ganz bequem den weiteren Umzug per Fernsehen verfolgen können ! Ausgerechnet die Donnerstagabend Prozessionen in Caceres wurden dieses Jahr im nationalen Fernsehen übertragen…und wir waren dabei !


Diese Prozessionen sind ja sehr beeindruckend. Und das jeden Tag in der Karwoche. Bei uns bemerkt man die Karwoche ja lediglich daran dass Freitags Feiertag ist. Wisst ihr, warum manche Teilnehmer diese spitzen Hüte aufsetzen, die das Gesicht verdecken? Das erinnert mich an Ku-Klux-Klan, nur dass bei denen die Hüte weiß sind… Heute war im Tagesspiegel ein Interview mit Mo Asumang, die sich gegen Rassismus engagiert und die in diesem Zusammenhang Ku-Klux-Klan Leute getroffen hat.
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