Extremadura, Teil 1 – die Landschaft

Caceres, 28. März 2016

Die Extremadura zeichnet sich bekanntermaßen durch eine besonders hohe Biodiversität aus. Das zeigt sich bereits auf der Autobahn kurz nach Erreichen dieser innerhalb Spaniens  deutlich am dünnsten besiedelten Region: Die hier wirklich überall anzutreffenden Weißstörche siedeln selbst auf den Aufstellpfosten für Autobahnschilder:

DSC_0697

ebenso wie auf Strommasten:

D72_3929

D72_3930

natürlich auch auf jedweden Kirch-, Burg-, Festungs- und anderen Türmen:

D72_3969

 

sowie auf Felsen

DSC_0762

oder auch auf Kunstobjekten:

DSC_0742

DSC_0744

Hierbei handelt es sich um ein Objekt des deutschen Installations-Künstlers  und Mitbegründers der Fluxus-Bewegung Wolf Vostell, der in der Estremadura seine zweite Heimat gefunden und dort ein Museum aufgebaut hatte. Seine Spezialität waren einbetonierte Cadillacs.

Die hohe Artenvielfalt führt dazu dass die spanischen Behörden in kurzen Abständen Naturparke eingerichtet haben und bereits an den Autobahnen ganz groß ca. alle 50 km auf das nächste Naturschutzzentrum hinweisen:

DSC_0701

Überhaupt wird die auf Naturtouristen ausgerichtete Infrastruktur in der Estremadura besonders gut angenommen:

D72_3861
ein Wiedehopf in einer Vogelbeobachtungshütte im Regen
D72_3950
Storch auf Beobachtungsposten !

Aber wir wollen ja über die Landschaft berichten. Neben großen baumlosen Steppengebieten sind die riesigen halboffenen Stein- und Korkeichen-Weideflächen landschaftsprägend, „Dehesas“ genannt. Hier einige Impressionen:

D72_3124

D72_3126

D72_3130

D72_3912

D72_3131

DSC_0674

D72_3951

D72_4050

D72_4291 - Arbeitskopie 2
durchschnittlich alle 10 Jahre wird die Rinde geerntet
D72_4291
nach der Ernte ist der Baum besonders wertvoll für den Klimaschutz: Er bindet dann durch den Neuaufbau der  Rinde mehr Kohlenstoff als ein vergleichbarer nichtentrindeter Baum !

D72_4296

D72_4302

DSC_0666

DSC_0678

DSC_0679

DSC_0680

Da prinzipiell alle diese Flächen als Weideflächen genutzt werden, ist es kaum möglich, abseits der Straßen sie näher in Augenschein zu nehmen. Aber dieser Umstand ist sicherlich einer der Gründe dafür, dass die “ Dehesas“ auch heute noch von einer großen Artenvielfalt gesegnet sind. Außerdem haben die Spanier eine gute Lösung für Vogelliebhaber gefunden. Sie lassen extra die alte Nationalstrasse sehr gut ausgebaut einfach neben der Autobahn weiter bestehen.

DSC_0659
Autobahn und  Nationalstrasse parallel auf 50 km zwischen Caceres und Trujillo

Autoverkehr findet auf beiden Strassen in der dünn besiedelten Extremadura so gut wie nicht statt. Die Nationalstrasse bietet aber die Möglichkeit anzuhalten um Vögel zu beobachten und die Dehesas zu fotografieren….

D72_3934
Blick auf Trujillo

Wir haben zweimal nach unserem Empfinden besonders „archaische“ Felslandschaften entdeckt. Zum einen ganz in der Nähe von Caceres ( „los Barruecos“ bei Malpartida de Caceres ):

DSC_0752

DSC_0754

DSC_0773

DSC_0775

DSC_0750

Und zum anderen ein Gebiet unmittelbar an der portugiesischen Grenze, in dem auch die „Dolmen“ aus der Megalith-Kultur der Steinzeit zu bewundern sind ( bei Valencia de Alcantara ). Die mystische Atmosphäre wurde durch Regen noch verstärkt:

D72_4306

D72_4297

D72_4301

 

P.S.:“centro de conservacion“ bezeichnet übrigens eine Strassenmeisterei. Dort kümmert man sich ausschließlich um den Erhalt der Strassen, nicht der Natur !

 

 

 

1 Antwort zu Extremadura, Teil 1 – die Landschaft

  1. Avatar von Andreas Piela
    Andreas Piela sagt:

    Na da habt Ihr beiden wieder tolle Erlebnisse gehabt. HIer sind seit ein paar Tagen auch die ersten Störche wieder angekommen. Letztes Wochenende wurde es auch das erste Mal angenehmm frühlingshaft. Habt Ihr eigentlich auch schon einen spanischen Biber gesehen und brauchen die nicht zufällig noch ein paar?
    Andreas

    Like

Hinterlasse einen Kommentar