Caceres, 28. März 2016
Die Extremadura zeichnet sich bekanntermaßen durch eine besonders hohe Biodiversität aus. Das zeigt sich bereits auf der Autobahn kurz nach Erreichen dieser innerhalb Spaniens deutlich am dünnsten besiedelten Region: Die hier wirklich überall anzutreffenden Weißstörche siedeln selbst auf den Aufstellpfosten für Autobahnschilder:

ebenso wie auf Strommasten:


natürlich auch auf jedweden Kirch-, Burg-, Festungs- und anderen Türmen:

sowie auf Felsen

oder auch auf Kunstobjekten:


Hierbei handelt es sich um ein Objekt des deutschen Installations-Künstlers und Mitbegründers der Fluxus-Bewegung Wolf Vostell, der in der Estremadura seine zweite Heimat gefunden und dort ein Museum aufgebaut hatte. Seine Spezialität waren einbetonierte Cadillacs.
Die hohe Artenvielfalt führt dazu dass die spanischen Behörden in kurzen Abständen Naturparke eingerichtet haben und bereits an den Autobahnen ganz groß ca. alle 50 km auf das nächste Naturschutzzentrum hinweisen:

Überhaupt wird die auf Naturtouristen ausgerichtete Infrastruktur in der Estremadura besonders gut angenommen:


Aber wir wollen ja über die Landschaft berichten. Neben großen baumlosen Steppengebieten sind die riesigen halboffenen Stein- und Korkeichen-Weideflächen landschaftsprägend, „Dehesas“ genannt. Hier einige Impressionen:
















Da prinzipiell alle diese Flächen als Weideflächen genutzt werden, ist es kaum möglich, abseits der Straßen sie näher in Augenschein zu nehmen. Aber dieser Umstand ist sicherlich einer der Gründe dafür, dass die “ Dehesas“ auch heute noch von einer großen Artenvielfalt gesegnet sind. Außerdem haben die Spanier eine gute Lösung für Vogelliebhaber gefunden. Sie lassen extra die alte Nationalstrasse sehr gut ausgebaut einfach neben der Autobahn weiter bestehen.

Autoverkehr findet auf beiden Strassen in der dünn besiedelten Extremadura so gut wie nicht statt. Die Nationalstrasse bietet aber die Möglichkeit anzuhalten um Vögel zu beobachten und die Dehesas zu fotografieren….

Wir haben zweimal nach unserem Empfinden besonders „archaische“ Felslandschaften entdeckt. Zum einen ganz in der Nähe von Caceres ( „los Barruecos“ bei Malpartida de Caceres ):





Und zum anderen ein Gebiet unmittelbar an der portugiesischen Grenze, in dem auch die „Dolmen“ aus der Megalith-Kultur der Steinzeit zu bewundern sind ( bei Valencia de Alcantara ). Die mystische Atmosphäre wurde durch Regen noch verstärkt:



P.S.:“centro de conservacion“ bezeichnet übrigens eine Strassenmeisterei. Dort kümmert man sich ausschließlich um den Erhalt der Strassen, nicht der Natur !

Na da habt Ihr beiden wieder tolle Erlebnisse gehabt. HIer sind seit ein paar Tagen auch die ersten Störche wieder angekommen. Letztes Wochenende wurde es auch das erste Mal angenehmm frühlingshaft. Habt Ihr eigentlich auch schon einen spanischen Biber gesehen und brauchen die nicht zufällig noch ein paar?
Andreas
LikeLike