5.-11. Mai. Wir starten unsere Rundreise durch Apulien in einem seit 1979 vom WWF betreuten Naturreservat an der Adria Küste (Riserva Naturale Le Gesine). Zwar sind die allermeisten Wege wegen des Brutgeschäfts gesperrt, aber allein aufgrund der allseits präsenten Bienenfresser komme ich auf meine Kosten. Wir frühstücken dort inmitten eines blühenden ehemaligen Olivenhains. Ein weiteres Ziel ist die Südspitze des „Stiefelabsatzes“ ( Salento ) Italiens, wo adriatisches Meer und Ionisches Meer zusammenkommen. Auf dem Weg dahin kommen immer wieder sog. Masserien in den Blick, große herrschaftliche Bauerngehöfte, die optisch an wehrhafte Burgen erinnern … mit hohen befestigten Mauern und häufig mit Türmen und Gräben ausgestattet … ein Relikt aus alter Zeit, in der sich die Bauern den Angriffen z.B. der arabischen Sarazenen oder Piraten erwehren mussten. Heute sind diese Masserien entweder verlassen oder zu Luxushotels mutiert.
Wir besuchen die Küstenstadt Gallipoli. Fangfrischer Fisch wird hier u.a. unmittelbar am Hafen angeboten.
Ein weiteres Ziel ist die Stadt der „Trulli“, Alberobello. Ein ursprünglich ohne Putz und Mörtel nur aus Stein gebautes Haus mit runden Bruchsteindächern ( Trullo ) hat nur sehr kleine Fenster und bietet einen guten Schutz gegen die anhaltende Sommerhitze in Apulien. Dieser Baustil mit den runden Dächern wurden im 17. Jhr. auf Geheiß des örtlichen Grafen so gebaut. Weil dieser keine Lust hatte Steuern ( pro Haus/Bewohner ) an die Regierung (König ) zu zahlen, forderte er die Bauern auf, ihre Häuser ohne Putz und Mörtel zu bauen, sondern nur aus Stein. So konnten sie vor einer königlichen Inspektion die Häuser ganz einfach abbauen und später leicht wiedererichten…. So eine Vorgehensweise kann ich als Staatsbeamter natürlich nicht gutheißen!
Neugierig bin ich auf den „Mann aus Altamura“, ein Fossil, erst 1993 in einer Kalksteinhöhle bei Altamura entdeckt, ca. 130 000 Jahre alt, es liegt immer noch am Fundort … umstritten ist, ob es sich um einen homo heidelbergensis handelt, oder bereits um einen klassischen Neandertaler. Jedenfalls ist er wohl in die Höhle eingebrochen und konnte sich nicht mehr daraus befreien … das Skelett befindet sich in einer Sackgasse des verzweigten Höhlensystems …
Wenige Kilometer nördlich von Altamura, ganz in der Nähe des Fundortes des „Mannes von Altamura“, bewundern wir den „Pulo von Altamura“, eine von einer ganzen Reihe riesiger Oberflächen-Absenkungen in diesem Karstgebiet, mit einem eigenem Mikroklima, besonderen Tier- und Pflanzenarten, die sonst hier gar nicht vorkommen würden … vielleicht hat auch der „Altamura-Mann“ in einer der Höhlen auf der Nordseite der Absenkung gewohnt …
Zu den Sehenswürdigkeiten Apuliens gehört auch das berühmte Castel del Monte. Das auf einem achteckigen Grundriss errichtetes Castel ( auch jeder der acht Türme hat einen entsprechenden Grundriß ) ließ der Stauferkönig Friedrich II. zwischen 1240 und 1250 weitab von der Küste errichten…. man weiss bis heute nicht wofür! Jedenfalls ist es niemals zu Ende gebaut bzw. eingerichtet worden….
Letzte Station in Apulien ist eine Lagune an der Halbinsel Gargano…so langsam steht die Rückreise an.



















































