Kerkini See

24.-26.April. Der Kerkini See ist ein 1932 errichteter Stausee im Norden Griechenlands, unweit der Grenze zu Bulgarien, der sich zu einem bedeutenden Feuchtbiotop entwickelt hat. Unser Besuch war ein zwiespältiges Erlebnis.

Einerseits konnten wir eine beindruckende Vogelwelt bewundern, u.a. sind dort zwei Arten von Pelikanen zuhause (Krauskopfpelikan und Rosapelikan). Ungewöhnlich für einen künstlichen Stausee gibt es riesige Flachwasserzonen mit sumpfigen Uferbereichen. Das finden natürlich Wasservögel sehr gut… aber auch große Herden von Wasserbüffeln grasen in diesen Uferbereichen….in den Tavernen und Hotels rund um den Kerkini See werden die Produkte aus diesen Büffeln vermarktet. Haben wir natürlich auch verkostet, schon aus beruflichen Gründen, schließlich möchte ich auch mehr Moorflächen in Brandenburg wiedervernässen, die anschließend als eine Alternative auch mit Wasserbüffeln beweidet werden können. Das Fleisch ist jedenfalls sehr schmackhaft.

Auf der anderen Seite sind wir mit einem massiven Fischsterben auf dem See konfrontiert worden. Zu hunderten, wenn nicht tausenden liegen große Fischkadaver im flachen Seebereichen bzw. an den Ufern. Penetranter Verwesungsgeruch an vielen Stellen! Es scheint insbesondere große Fische getroffen zu haben, kleine habe ich so gut wie nicht, auch nicht an den Ufern, gesehen. Auf Nachfrage nach den Ursachen gibt es unterschiedliche Antworten: der Hauptzufluss liege in Bulgarien, und wer wisse schon, was die Industrieunternehmen dort alles hineinleiten würden…eine andere Antwort, die wir gehört haben, kommt der Wahrheit vermutlich näher: die örtliche Wassergesellschaft habe viel zu früh zu viel Wasser abgelassen, um die landwirtschaftliche Bewässerung flussabwärts besser abzusichern. Und es ist gerade Wahlkampfzeit in der Region!! Der Winter sei außergewöhnlich warm gewesen und der Wasserstand jedenfalls viel zu niedrig! Generell führt im übrigen auch die immer stärkere touristische Nutzung zu immer mehr Wasserverbrauch….Um die Fischkadaver kümmert sich jedenfalls soweit uns ersichtlich niemand. Wir ernten Schulterzucken. Es heißt weiterhin, so ein Fischsterben komme regelmäßig, etwa alle 10 Jahre, vor. Ob die Menschen aufwachen, wenn die Touristen wegbleiben?

Es gibt in Europa nur zwei Arten von Pelikanen, den Rosapelikan (Spannweite bis 295 cm) und den noch etwas größeren Krauskopfpelikan (Spannweite bis 320 cm!). Beide Arten sind auf dem See vertreten.

Bis zu 300 Vogelarten finden an diesem See bzw. im Umfeld ihren Lebensraum:

2 Antworten zu Kerkini See

  1. Avatar von Unbekannt
    Anonymous sagt:

    Was für schöne Eindrücke! Aber über deine Rotschenkel müssen wir nochmal diskutieren, wenn ihr wieder zurück seid.

    Liebe Grüße an Euch und bis bald!

    Andree

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