Ende März. Wir erkunden Ostkreta, u.a. gelangen wir auf abenteuerlichen Wegen (weil das Garmin-Auto-Navi uns im Stich gelassen hat) in die Bucht von Kato Zakros. Dort stand einer der vier bisher gefundenen Palaststädte der alten Minoer. Schon im 3. Jahrtausend v. Chr. haben sie ihre Toten in hoch in den Felsen gelegenen Höhlen bestattet, dieses „Tal der Toten“ ist für uns eine herrliche Schluchten-„Kletterung“ (Kletterung meint nach Bettina die Mischung aus Wanderung und Kletterei). Wie auch für andere Schluchten auf Kreta wird in Führern für das Frühjahr auch hier darauf hingewiesen, dass Flussdurchquerungen nötig werden. Brav nehmen wir auch jedes Mal wasserfeste Sandalen mit in den Rucksack. Bisher haben wir sie nie gebraucht…. das Flussbett ist zumeist ausgetrocknet oder nur noch so minimal mit Wasser gefüllt, so dass wir regelmäßig über Steine hüpfend, alles mühelos überwinden können … die Wanderstöcke von Bettina sind dabei eine große Hilfe … Klimawandelfolgen auf Kreta?
In der Bucht hat eine der wenigen Tavernen bereits in der Vorsaison geöffnet und wir können – gegen Besuch der Taverne – auf einer dazugehörigen Wiese übernachten und nachts das Bad benutzen …
























Die Pflanzenwelt Kretas fasziniert. Die oben abgebildete kretische Osterluzei bildet bis zu 18 cm lange Röhren in Form eines Saxophons. Sie sind eine Insektenfalle, in die – durch fauligen Geruch angelockt, kleine Insekten bis zum Grund der Röhre zu den eigentlichen Blüten hineinkriechen; die abwärts gerichteten weissen Haare sorgen dafür, dass sie nicht mehr so schnell wieder herauskommen … bis die Staubbeutel gereift sind und sie mit Pollen beladen sind … neben der kretischen Osterluzei im Tal der Toten haben wir an anderer Stelle ( auf über 1000 m ) den kretischen Aronstab entdeckt … die giftige Pflanze (bereits Berührungen können Hautrötungen und -blasen verursachen) arbeitet mit dem gleichen Prinzip einer Fliegenkesselfalle.








Es geht weiter in Richtung Norden die Ostküste Kreta entlang. Die Vegetation wird immer spärlicher…nicht nur am berühmten Palmenstrand von Vai, sondern auch an anderen Buchten der Ost- und Südküste wachsen Exemplare der kretischen Dattelpalme (die Früchte dieser Art sind leider ungenießbar)…es handelt sich also nicht um afrikanische Dattelpalmen, deren Fruchtkerne auf Kreta einfallende Sarazenen irgendwann einmal ausgespuckt haben…










In Sitia gibt es ein kleines Archäologisches Museum mit Fundstücken aus Ostkreta….soweit sie nicht im Hauptmuseum in Heraklion zu sehen sind….





















Habt ihr denn auch die Kletterungen zu den Totengräbern gewagt? Ihr wandelt auf den noch nicht vergessen Pfaden der Minoer, während der globale Klimawandel an vielen kleinen Ecken spür- und sichtbar ist. Doch ein Wandel kann auch Gutes hervorbringen; also wünsche ich euch weiterhin viel Freude bei eurem Wandel!
Fröhliche Grüße sendet Thyra 🙂
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