Provinz KwaZulu Natal, 3.- 6. Mai 2016
Die von uns gewählte Ostroute durch Swaziland führt uns bereits am nächsten Tag wieder hinein nach Südafrika, diesmal in die Provinz KwaZulu-Natal. Erste Station für uns ist der gleich hinter der Grenze liegende riesige Stausee „Lake Jozini“. Übernachtung hoch auf einem Hügel mit grandiosem Blick auf den Stausee gleich hinter der Grenze in der „Shayamoya Tiger Fishing & Game Lodge“ in einem schönen Chalet mit Außendusche und allem drum und dran. Abends sehr gutes Braai – Büfett. Man kann sich schon sehr an eine Reise von Lodge zu Lodge gewöhnen….wir lernen Francis kennen, eine Winzerin und Bogenschützin aus der Kapregion, die ausschließlich mit einem Bogen auf Antilopenjagd geht und für dieses Hobby auch quer durch Südafrika reist.
Nachfolgend einige Impressionen aus der Tierwelt von unserer Sunset-Bootstour auf dem See. Auch im Pongola Nature Reserve längs des Stausees gibt es (noch) Nashörner. Man kann nur hoffen, dass sich Wilderer von diesen großen Hinweisschildern auch tatsächlich abschrecken lassen. Diese Aktionen werden allerdings nur im Verbund mit der Eindämmung der grassierenden Korruption erfolgreich sein können.










Eigentlich wollten wir ja auch mal zelten, aber die günstigen Lodge-Preise führen uns erneut drei Nächte in eine Lodge, die Ndumo Fish River Lodge, als Basis für einen Kanutrip auf dem UPholonglolo River, einem Besuch der „border cave“, dem Ndumo Game reserve und dem Tembe Elefanten Park…
Seit dem südlichen Krüger-Nationalpark bewegen wir uns seit einer Woche eigentlich immer entlang der Grenze zu Mozambique, am östlichen Zipfel Südafrikas bzw. Swazilands.
Zwischendurch Einkäufe in kleinen Zulu- Ortschaften. Auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt ist neben einem Pkw ein großer Lautsprecher aufgebaut, aus dem eine männliche Stimme zu hören ist. Um das Auto eine Ansammlung von Menschen. Ein Politiker auf Wahlkampftour ? Nein. Ein Jugndlicher klärt uns auf: Es ist ein traditioneller „Healer“, die Ansammlung von Menschen bilden eine Schlange von Wartenden, die ihr Problem mit dem Heiler bereden wollen und genügsam warten bis sie an der Reihe sind, neben das halb geöffnete Fenster des Autos treten und ihr Problem vortragen können. Der Heiler sitzt in seinem ansonsten geschlossenen Auto auf dem Fahrersitz mit einem Mikro in der Hand. Zumindest die Antworten des Heilers kann man dann über den ganzen Platz hören. Wahrscheinlich ein wirksames Werbemittel um noch mehr Kundschaft anzuziehen. Die Warteschlange wird größer. Der Heiler wird den Rest des Tages gut zu tun haben…..
Freundliche Zulus machen uns auf einem anderen Parkplatz vor einem Supermarkt darauf aufmerksam, dass einer unserer Reifen am Toyota Luft verliert. Man gibt uns auch gleich einen Tipp wo wir Hilfe bekommen können. Glücklicherweise nur wenige Meter entfernt. Der eine Reifen fährt schon beinahe auf der Felge. Vielleicht habe ich es gestern auf der offroad-Piste durch das Ndumo Game Reserve doch ein wenig übertrieben. Macht aber auch so einen Spass, diese Pisten zu fahren !!
Wir treffen auf einen findigen Mechaniker, der unseren kaputten Reifen im Handumdrehen abmontiert, im Wasserbad untersucht, zwei Löcher mit einer Spezial-Masse „impft“ und wieder mit seinem Kompressor aufpumpt. Kosten: Umgerechnet 5,60 Euro. Er hat sich sehr über das reichliche Trinkgeld gefreut ! Und wir können wieder Offroad fahren !
Elefanten haben eine empfindliche Haut: Erst ein Wasser- dann ein Sandbad, das ist wirksamer Hautschutz !







Es gibt also auch noch Natur außerhalb der National Parks, Game reserves, und Nature Reserves…entlang der großen Flüsse. Dreieinhalb Stunden verbringen wir auf dem Polongo, bzw. das was der Lake Jozini-Staudamm von ihm übrig lässt. Die jährlichen Überschwemmungen werden künstlich durch Ablassen von Wasser zweimal im Jahr nachempfunden. Viele Tomaten- und andere Gemüsepflanzungen unterhalb des riesigen Staudamms brauchen diese jährliche Überflutungen ! Wenn wie im letzten Jahr, die Regenfälle einfach ausbleiben und der Stausee entsprechend wenig abgeben kann, wird es für viele Kleinbauern sehr eng.
Wir fühlen uns ein wenig in den Spreewald versetzt. An vielen Stellen werden dem Fluss illegal mit Pumpen Wasser entzogen. Wir paddeln ausschließlich im Zahmwasser und können uns voll und ganz auf die Natur konzentrieren. Der Fluss fließt weiter nach Mozambique. An seinen Ufern wilde Mangobäume und viele andere Baumarten, u.a. Fever trees, Sausage trees und viele andere. Wir sehen kleine Eisvögel, Kolibris, das seltene afrikanische finfoot Huhn (afrikanische Binsenralle), eine Mischung zwischen Ente und Huhn. Wird es gestört, fliegt es nicht weg, sondern läuft mit lautem Klatschen auf dem Wasser davon….wir beobachten einen Schlangenhalsvogel, einen Lizard Bussard (Sperberbussard) und – als Höhepunkt – einen seltenen Schlangenadler, den southern bended snake eagle (Graubrustschlangenadler )…
…und ein – kleines – Krokodil:



der Graubrustschlangenadler….leider ist keine richtige Zoom-Kamera auf der Paddelltour dabei…
Der Nachmittag verläuft weniger erfolgreich. Eine Stunde Anfahrt zur „border cave“ und in dem kleinen Museum keine Menschenseele. Wir können zwar die Geschichte der Höhle nachlesen…schon vor 120 Tausend Jahren haben hier moderne Menschen unter einem Felsüberhang am Lagerfeuer gesessen… aber die Höhle selber finden wir alleine nicht….. aber immerhin den Blick auf die Berge bzw. hinunter ins heutige Swaziland können wir nachempfinden…

