Elephant Coast, Indischer Ozean

Kosi Bay und St. Lucia, 6.-11. Mai 2016

Nächstes Ziel unserer Rundreise ist die Elephant Coast. Wir wollen an den Indischen Ozean ! Wir fahren zunächst zur Kosi Bay, dem nördlichsten Zipfel des größten Naturschutzpaks der Provinz KwaZulu Natal, dem iSimangaliso Wetland Park (332.000 ha !) . Dieses Gebiet, seit 1999 UNESCO Weltnaturerbe, erstreckt sich, allerdings stark segmentiert – zum Teil ist nur einen schmaler Küstenstreifen geschützt – über insgesamt 240 km von der mosambikanischen Grenze entlang des Küste bis nach St. Lucia, ein beliebtes kleines Ferienzentrum. Wir übernachten zunächst – nur wenige Kilometer von der Grenze nach Mozambique entfernt – in einem Selbstversorger-„Chalet“ der Utshwayelo Lodge. Sie wird von der örtlichen Kommune betrieben und hat einen schwarzen Manager…eine Seltenheit in Südafrika. Schon die Anreise abseits der Hauptstrasse ist ein Abenteuer. Endgültig abenteuerlich wird die Piste dann am Nachmittag, als wir nach dem Einchecken mit unserem Geländewagen bis direkt an die Küste „vordringen“. Ohne Vierradantrieb völlig unmöglich. Obendrein müssen wir noch den Tidenhub beachten. Wenn wir zu spät zur Lodge zurück fahren, sind teilweise die Fahrwege unpassierbar. Dafür erwartet uns am Ende dieser Piste eine Lagune fast ganz alleine für uns. Wir waten und schwimmen bis zu einem von unserem Manager Enock beschriebenen Schnorchelhotspot……wir geniessen das warme Wasser in der Lagune, sind aber auch froh über unsere leichten Neopren-shorties ! Der Schnorchelplatz kann zwar mit einem echten Korallenriff nicht mithalten, hat uns aber trotzdem ausnehmend gut gefallen…..die Lagune wird regelmäßig bei Hochwasser mit frischem Meerwasser versorgt und ist Teil einer Seenkette im Anschluss an unser Schnorchelparadies, die mit dem Ozean in Verbindung stehen. Am nächsten Tag organisiert uns Enock, der Chef, eine Bootstour über die anderen Seen und wir erkennen, dass wenige hundert Meter hinter unserer Lagune bereits Hippos und Krokodile unterwegs sind !!

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ein Picasso-Drückerfisch
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Blick über Kosi Bay mit traditionellen Fischfallen

Die Bootstour stellt sich als einer unserer Höhepunkte unserer gesamten Rundreise heraus. Wir sehen das jahrhunderte vielleicht jahrtausende alte Fischfallensystem der örtlichen Fischer, eine Gruppe gut aufgelegter einheimischer Frauen, die auf ihrem Weg zur Kirche  – es ist gerade Sonntag – gerade einen der Seen durchwaten… alles sehr archaisch. Die Zeit ist hier stehengeblieben. Die Fischer nutzen ihre gefangenen Fische vorrangig als Tauschmittel für andere Lebensmittel….das alles bei atemberaubener tropischer Natur. Allein schon der Anmarschweg bis zum Bootsanleger durch den Wald ist ein Erlebnis. Wir erleben Ameisen, die sich in entsprechend zusammengebogenen Blätten eines Baumes ihre Nester bauen.

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Vor der Bootstour hatte ich eigentlich nur spaßeshalber unserem Bootsführer gesagt, dass ich nur wegen des sehr speziellen Palmnussgeiers die Bootstour mitmachen würde…. aber wir sehen ihn tatsächlich: ein Geier, der aussieht wie ein Adler und Palmnüsse frisst. Äußerst skurril. Er brütet in diesem Gebiet ausschließlich auf den Fruchtständen der Raphia Palmen, die in kleinen Waldbeständen an wenigen Stellen im Kosi Bay Nature Reserve vorkommen. Diese Palmenart trägt nur einmal in ihrem Leben Früchte und stirbt anschließend ab, um vielen kleinen Raphia-Palmen-Nachwuchs Platz zu machen….Was machen die Geier nur, wenn mal ein Jahr gar keine Fruchtstände ausgebildet werden ? Viele Palmen haben wir zumindest auf unserer Bootstour nicht gesehen.

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auf der Suche nach dem Palm-Geier !
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Schreiseeadler
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Nilgans

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männlicher Riesenfischer ( giant kingfisher )
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Raphia-Palmenwald, oben links das Geierpaar
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Palm-Geier
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Palmenfrüchte machen einen erheblichen Teil ihrer Nahrung aus !

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Purpurreiher
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weiblicher Graufischer
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Riesenfischer

In den Seen und im Mündungsgebiet ( Estuary ) stecken die Fischer zu flexiblen Zäunen zusammengebundene Holzstecken ins Wasser. Nach dem Prinzip einer Reuse in die Zugroute der Fische gestellt, finden Fische leicht in die Absperrungen hinein, können den Eingang mit ihrem Körper ggf. aufweiten und hineinschwimmen, aber nicht wieder hinaus, wenn sie nach einer Runde von der anderen Seite wieder an den Eingang kommen, der, da flexibel, dann eher von den Körpern der Fische zugedrückt wird. In den Fisch-„Krals“ wird der Fisch dann gespeert. Das ständige Hin- und Herwandern der Fische aus dem Meer in die Seen und zurück sichert regelmäßige Fänge. Die einzelnen Fischfallen sind jeweils Familienbesitz. Das Recht zur Aufstellung wird untereinander geregelt.

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ein Fischer kontrolliert seine Fischfallen

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eine muntere Frauengruppe auf dem Weg zur Kirche

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eine Fischersfrau  mit ihrem Boot

 

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dieses Boot besteht aus Stämmen der Raphia-Palmen

Von der Kosi Bay geht es anschließend ganz in den Süden des iSimangaliso Wetland Parks, in das kleine Touristenzenztrum St. Lucia. Wir finden eine gemütliches B&B Guesthouse für die nächsten drei Nächte. Um St. Lucia leben z.Zt. ca. 1200 Flusspferde und ca. 800 Krokodile. Nachts laufen Hippos auch mal durch die Strassen von St. Lucia. Auch hier ist natürlich u.a. eine Bootstour angesagt. Unglaublich agile Hippos am späten Nachmittag ! Siehe hierzu den eigenen Beitrag Hippos.

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nicht nur eine abstrakte Gefahr……
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…an dieser Stelle in St. Lucia erinnert ein Mahnmal ( Danger ! ) an den Tod einer jungen Frau durch ein Krokodil….hoffentlich hat die einsame Sandale nichts Ungutes zu bedeuten !

 

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im „Stadtwald“ von St. Lucia
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iSimangeliso Wetland Park

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Küste am Indischen Ozean

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Fischschwärme unmittelbar an der Küste im Flachwasser

Ein Tag „game drive“ im Hluhluwe-Imfolozi Wildpark. Dieser Park ist bekannt für seine Nashörner. In den sechziger Jahren hat ein weitsichtiger Parkmanager ein Zuchtprogramm für die letzten damals hier im Park befindlichen white rhinos (südliche Unterart) im ganzen südlichen Afrika aufgelegt. Damit stammen alle heute im südlichen Afrika befindlichen white rhinos genetisch von den Tieren im Hluhluwe-Imfolozi Wildpark ab ! Angesichts der weiterhin grassierenden Wilderei für den asiatischen Aberglauben-Markt war das damals hoffentlich nicht nur ein Aufschub der Ausrottung dieser herrlichen Tiere.

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ein Braunkopfliest aus der Familie der Eisvögel
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ein Lannerfalke, ein häufiger Großfalke im südlichen Afrika

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Einige Tage zuvor haben Löwen eine ausgewachsene Giraffe gerissen. Ungewöhnlicherweise haben sie viel Fleisch zurückgelassen. Es ist genug für alle da. Deshalb fressen hier ausnahmsweise Tüpfelhyänen und Weißrückengeier relativ friedlich nebeneinander:

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