Am Erg Chegaga

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„Ali Baba, breakfast is ready“. Nach einer waschechten Wüstennacht am Erg Chegaga ruft mich Mohammed, unser Führer, zum Frühstück. Der Name Axel ist für ihn ein Zungenbrecher, daher werde ich kurzerhand in Ali Baba umgetauft. Ein Dünenmeer mit zum Teil sehr hohen Dünen umgibt das Wüstencamp. Unmittelbar nach Sonnenaufgang haben Bettina und ich eine Düne erklommen und noch einmal die absolute Ruhe genossen. Auch in der Nacht war die Stille der Wüste ein grandioses Erlebnis. Kein Hundegekläff, kein Muezzin, der morgens um 5 Uhr sein „Allah ist groß“ aus Schmerzen auslösenden Lautsprechern ertönen lässt und auch kein permanentes französisches Frühstücksfernsehen schallt aus dem nächsten Nomadenzelt. Noch einmal geht es mit dem gut gefederten 4WD Toyota Landcruiser für gut zwei Stunden durch die Wüste. Der Erg Chegaga will erobert werden. Er liegt nicht in unmittelbarer Nähe des letzten auf einer geteerten Strasse erreichbaren Ortes M`Hamid, ca. 30 Kilometer von der algerischen Grenze entfernt. Mit Kamelen braucht man schon ein 7 Tage Trekking, um den Erg Chegaga zu erreichen. Wird  durchaus häufiger gebucht, wie mir Mohammed versichert. In Zagora, unserem Ausgangspunkt und immer noch dem Zentrum für Anbieter von Wüstentouren aller Art, steht ein berühmtes Schild, gerade neu restauriert:

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Noch 52 Kameltage bis nach Timbuktu…..diese Tour kann man heute nicht mehr buchen !…

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Auf dem Rückweg steht uns unverhofft noch ein Höhepunkt ins Haus bzw. auf der Düne. Ein Wüstenfalke hat sich eine flache Düne als Aussichtsposten ausgesucht….

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Mohammed, unser Führer kennt natürlich alles und jeden in der Region. Durch ihn sind wir in einem kleinen Dorf vor Zagora in eine Koranschule gekommen, die eine offenbar weithin ( bis Europa ) bekannte 4000 Bände umfassende alte Bibliothek ihr eigen nennt. Eindrucksvolle alte Bände aus dem 13 Jhr. und später werden uns präsentiert. Unter anderem ein Koran in der die Sprache der Berber, die  entsprechend phonetisch in arabischer Schrift dargestellt wird. Und er zeigt uns zwei Kooperativen, in denen auch Berberfrauen gleich den Männern Arbeit finden, eine Töpferei mit einer insbesondere von den Frauen beherrschten Design mit Henna-Bemalung auf der Glasur sowie eine breit aufgestellte Kooperative, die von Holzarbeiten ( Männer ), u.a. Aufarbeitung alter Türen, Silberschmuck ( Männer ) bis hin zum Anfertigen unterschiedlicher Teppiche ( Frauen ) in einer viele Jahrhunderte alten ehemaligen jüdischen Kasbah erfolgreich produziert.

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