auf der Suche nach dem Waldrapp

Wir verlassen den Trubel von Marrakech und wollen an die Atlantikküste. Ein Durchgangsziel ist die Stadt Essaouria, ehemalige portugiesische Festungsstadt, mit einladendem Souk und gemütlichen Cafés, Fischbuden direkt am Meer, alles wesentlich entspannter als Marrakech, auch wenn die Fischbudenbesitzer um jeden Gast beinahe aufdringlich werben und sich gegenseitig beschimpfen…

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Essaouria
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Essaouira

Übernachtung in Sidi Kaouki, erste schöne Mountainbike-Tour entlang der Küste.

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Küste bei Sidi Kaouki

Wir bewegen uns weiter nach Süden, immer an der Atlantikküste entlang. Ab jetzt sind wir auf der Suche nach dem Waldrapp. Für nicht Nicht-Ornis unter den Lesern: Ein ursprünglich in weiten Teilen auch Europas heimischer Ibis mit nacktem Kopf und nach unten gekrümmten roten Schnabel. Es gibt groß angelegte Wiederbesiedlungsversuche u.a. in Österreich. In Palmyra, Syrien,  soll es noch eine Restpopulation geben, jedenfalls bevor der IS dort alles zerschlagen hat….und eine letzte stabile Population in Marokko, aufgeteilt auf zwei Standorte, einmal in der Nähe der Stadt Tamri ( nördlich Agadir ) und einmal der Souss-Massa Nationalpark ( ca. 40 km südlich Agadir ). Bereits bei Tamri haben wir Glück. Der Vogel sieht allerdings bei Regen ganz schön zerrupft aus….

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ein nasser Waldrapp im Regen

 

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insbesondere im nassen Zustand nicht gerade eine Schönheit…

Adagir lassen wir links liegen. Überhaupt interessieren uns die ganz großen Städte weniger, höchstens um mal in einem der großen Supermarktketten unsere Vorräte aufzufüllen, apropos Vorräte: Nachdem die Saudis bei der größten Supermarktkette Marokkos eingestiegen sind, Marjane, gibts dort keinen Tropfen Alkohol mehr… und das, obwohl der Marokkanische Wein, sowohl Rot als auch Weiß, von guter Qualität ist ( Wir haben natürlich andere Quellen gefunden !! ) .

Auf der weiteren Suche nach den letzten Waldrapps dieser Welt im Sous-Massa Nationalpark finden wir einen traumhaften Stellplatz für unseren VW-Bus in der Auberge de la Dune bei Ibrahim in Sidi N`Rabat.( Nachdem wir eine Nacht zuvor ein Dorf weiter auf einem von französischen Yoghurtbechern belagerten Campingplatz schnellstmöglich wieder verlassen hatten ). Das Mündungsgebiet des Flusses in den Atlantik ist einfach nur schön. Und einmal sehe ich auch noch einige Waldrappexemplare, direkt im Mündungsgebiet am Salzwasser, von „Wald“ ist meilenweit gar nichts zu sehen…

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„Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“ gilt jedenfalls für Waldrappe nicht. Schön brav bin ich frühmorgens auf Waldrapp-Pirsch gewesen oder auch am späten Nachmittag…der Nationalparkwächter am Eingangstor hat mit dann am Tag unserer Abreise gesagt, die Ibisse kämen immer erst gegen 11 oder 12 Uhr, je nachdem wie warm bzw. kalt es am Vormittag sei….Frühmorgens konnte ich dafür einen Brachvogel in der Brandung beobachten…

 

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